Arwed D. Gorella, Malerei und Graphik: Werke aus einer Berliner Sammlung in der Rathaus-Galerie

Ausstellung  —  Rathaus-Galerie Reinickendorf

04.11.2011–16.12.2011

Rathaus-Galerie Reinickendorf
Eichborndamm 215-239
13437 Berlin

Lenin im Rollstuhl, Acryl auf Leinwand, 158×200 cm, 1974
Arwed D. Gorella: Lenin im Rollstuhl, 1974, Acryl auf Leinwand, 158 cm x 200 cm

Die Rathaus-Galerie Reinickendorf zeigte ab dem 4. November 2011 die Ausstellung Arwed D. Gorella. Malerei und Graphik – Werke aus einer Berliner Privatsammlung. Gezeigt wurden Malerei und Grafik aus verschiedenen Schaffensphasen des 1937 in Niederschlesien geborenen und 2002 in Berlin verstorbenen Künstlers.

Arwed D. Gorellas Werk ist sehr umfangreich und weist viele Facetten auf. Es umfasst neben Grafik und Malerei auch Illustrationen, Plakate, Dokumentarfilme und Bühnenbilder. Als Meisterschüler studierte er bei Prof. Camaro an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin. Gorella gilt als Vertreter einer eher links gerichteten kritischen Grafik bzw. des Kritischen Realismus im Westteil Berlins. Hier war er vor allem mit der Kunstszene der 1960er und 1970er Jahre eng verbunden. Er gilt aber auch als kritischer Einzelgänger, dessen anspielungsreiche Malerei zwischen den Kunststilen anzusiedeln ist.

Die Grundlage der künstlerischen Auseinandersetzung mit seiner Zeit bildet ein großer Fundus aus Kunst- und Kulturgeschichte. In seinen Bildern finden sich Anspielungen auf die antike Mytologie und christliche Symolik, auf Mathematik, Physik und Philosophie, aber auch auf Künstler, denen Gorella großen Respekt entgegenbrachte. Auch die Beschäftigung mit der antiken Mythologie zieht sich wie ein roter Faden durch Gorellas Arbeiten. So erscheint der stierköpfige Minotaurus in verschiedenen Bildern, den Gorella mal mit dem Künstler Picasso, mal mit dem heutigen Stierkampf in Verbindung bringt. Auch Figuren aus 1001 Nacht, Einhörner und Wesen aus religiösen Kultbildern bevölkern die Bilderwelten.

Zur Ausstellung ist ein farbiger Katalog mit einem Text des Kunsthistorikers Michael Nungesser erschienen.